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Das Schulsystem in Uganda

  • 25. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Hier ein Einblick in das Schulsystem in Uganda. Diesen konnten wir aus Gesprächen, Recherchen und eigenen Einblicken zusammentragen und entsprechen unserem aktuellen Verständnis.



Eigentlich wäre die allgemeine Schulpflicht gesetzlich verankert und alle Ugander haben Anrecht auf sieben Jahre Schulbildung. Auf dem Papier wurde die Befreiung der Schulgebühren für den primären Bildungssektor durchgesetzt. Trotzdem werden oft Zuschüsse von den Familien erhoben. Die obligatorische Schuluniform, Unterrichtsmaterialien, Prüfungsgebühren und Mittagessen übersteigen oftmals die finanziellen Möglichkeiten. So bleibt vielen der Zugang verwehrt. Bei privaten und halbprivaten Schulen kommt noch ein Schulgeld hinzu. Staatliche Schulen haben scheinbar Mühe eine solide Bildung zu vermitteln. Meist sind sie schlecht ausgestattet, haben niedrige Löhne für Lehrer und überfüllte Klassenzimmer, Die Klassengrössen sprengen unsere Vorstellungen bei weitem. 100 Kinder und mehr in einer Klasse sind normal. Die Lehrperson hat keine Assistenz, sondern muss sich die nötige Aufmerksamkeit selber verschaffen und somit sind strenge, autoritäre Methoden an der Tagesordnung. Viele Kinder kommen auch nicht, oder nur zum Teil in den Genuss von Schulbildung weil sie zu Hause als Arbeitskräfte gebraucht werden.



So sind wir umso dankbarer, dass 'unsere' Kinder die Schule besuchen können. Dank Patenschaften und diversen Spendern, können wir den Kindern nicht nur ein schönes Zuhause mit regelmässigen Mahlzeiten und ärztlicher Versorgung bieten, sondern auch in ihre Zukunft investieren.


Das Schulsystem ist so aufgebaut: Ein Schuljahr beginnt anfangs Februar und endet ca. Mitte Dezember. Es ist eingeteilt in drei Trimester, sogenannte Terms. Mit etwa drei Jahren kommen die Kinder in die Nursery-School, also den Kindergarten. Dieser dauert drei Jahre. Und anders als bei uns lernen sie dort schon lesen, schreiben, rechnen und Englisch. Im Alter von ca. sechs Jahren kommen die Kinder in die Primary-School. Diese dauert sieben Jahre, geht von P1 bis P7. Wer am Ende eines Schuljahres den Notenschnitt nicht hat, oder die Schlusssprüfung nicht besteht, muss die Klasse wiederholen. Die anderen kommen in die nächst höhere Klasse. Wer die Prüfung im Anschluss and die P7 mit Erfolg besteht, kann an die Secondary- (Senior-) School wechseln. Diese ist in zwei Stufen gegliedert S1-S4 und S5-S6. Wer den Abschluss an der S4 besteht, kann entweder eine Technische Ausbildung beginnen, ins Lehrerseminar eintreten oder noch zwei weitere Schuljahre anhängen (S5-S6). Besteht man dann die Abschlussprüfung der S6 steht der Weg offen um an der Universität zu studieren.


Im Moment geht ein Junge aus dem Heim an die Secondary 1. Er hat letztes Jahr die Abschlussprüfung der P7 erfolgreich bestanden. Die Vorbereitungen auf diese Prüfung waren intensiv. Nach dem normalen Schulschluss musste er noch in der Schule bleiben und wurde weiter auf die Prüfung vorbereitet. Magidu, so heisst der Junge, ist sichtlich stolz an der Secondary School zu sein und deren Schuluniform mit langer Hose, Hemd, Pullover und Kravatte zu tragen. Alle anderen Kinder im Heim sind jetzt an der Primary-School. Beim letzten Schuljahreswechsel kamen die letzten Kinder aus dem Kindergarten.



Die Schultage sind lang. Haben die Kleinsten am Nachmittag frei, müssen die Grösseren nach dem Essen sofort wieder kehrt machen und zurück an die Schule. Vom Heim bis in die Schule benötigen die Kinder ca. 20 Minuten. Sie werden von Leitern unseres Heims begleitet, da der Weg entlang der befahrenen Strasse führt. Am Morgen beginnt die Schule um 8 Uhr. Um 10 Uhr gibt es eine Pause, wo die Kinder etwas zu Essen bekommen. Um 13 Uhr ist der Morgen abgeschlossen. Die Kinder kehren dann in zwei Gruppen für's Mittagessen ins Heim zurück. Um 14 Uhr geht es aber bereits wieder los für die grösseren Kinder. Rechnet man den Weg ein, bleibt nicht viel Zeit für's Essen. Zwischen 16 und 17 Uhr ist die Schule aus, wobei es für die Ältesten teilweise noch später wird, z.B. für Vorbereitungen auf Prüfungen. Übrigens sind auf dem Land Schulwege von täglich 2 Stunden und mehr keine Seltenheit.


In Uganda eine Ausbildung machen zu können ist ein grosser Gewinn. Das ist auch den Kindern bewusst. Einige sind aber schon älter und noch nicht durch die P7. Da kommen schon Wünsche auf, mit der Schule aufzuhören und etwas zu arbeiten. Die Chancen etwas zu finden sind aber besser, wenn man die P7 abgeschlossen hat. Darum ist es der Wunsch von Shadrack, dass alle die Primary-School abschliessen. Das ist ein gutes Ziel, auf das wir hinarbeiten wollen. Auch machen wir uns Gedanken, wie ihre berufliche Ausbildung aussehen könnte. 


Doch was hilft die beste Ausbildung, wenn man keinen festen Anker hat im Leben? Die Kinder im Heim sollen zu einer lebendigen Beziehung zu Jesus finden, wo sie wissen, dass sie bei Ihm geliebt und geborgen sind. Wenn sie nichts hätten ausser Jesus, haben sie alles. ER wird sie nie verlassen. Auf IHN können sie sich immer verlassen. Aus der Beziehung zu IHM bleiben sie gelassen. ER wird sie nicht sich selbst überlassen sondern will sie verwandeln in sein Ebenbild.

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